Hintergrund
Kriminalprävention und Städtebau: Ein komplexes Konzept der WechselbeziehungenIn vielen Regionen Europas gibt es Städte, in denen „soziale Brennpunkte“ identifiziert werden, wo sich Armut, Arbeitslosigkeit, Desintegration und Delinquenz konzentrieren und zu einem Problem über die Grenzen des Gebietes hinaus werden können. Bei diesen Brennpunkten handelt es sich meist um vernachlässigte Quartiere, die zu Fluchtpunkten für soziale Randgruppen geworden sind, aus denen bereits sozial und ökonomisch stabile Bewohner-Innengruppen abgewandert sind. Diese Korrelation zwischen sozial-räumlichen und baulich-räumlichen Faktoren lässt vermuten, dass das Verhalten von Menschen auch von der Gestaltung gebauter Räume beeinflusst wird. Wissenschaftlich ist bereits festgestellt worden, dass durch diese Segregationsprozesse eigendynamische Prozesse in Gang gesetzt werden können, die die Häufigkeit kriminellen Verhaltens erhöht,... „wenn sich z.b. Haushalte mit geringen ökonomischen und sozialen Ressourcen in einem Stadtgebiet konzentrieren“ (vgl. Häußermann / Siebel 2004).
Theorie und Praxis
Die Suche nach kriminalpräventiv wirksamen Möglichkeiten des Städtebaus einerseits und der Gestaltung des öffentlichen Raums andererseits spielt eine entscheidende Rolle, um verallgemeinerungsfähige Aussagen treffen zu können. Drei grundlegende Ansätze haben eine große Relevanz für Sicherheit in Wohngebieten:
- Die städtebauliche Struktur einschließlich der Gestaltung der Gebäude
- Die Gliederung des öffentlichen Raums sowie
- Das Sozialraummanagement als auch die Struktur der BewohnerInnenschaft
Möglichkeiten der Einflussnahmen beziehen sich also nicht nur auf die architektonische und städtebauliche Planung öffentlicher und privater Räume, sondern auch auf die Attraktivität einer Stadt/eines Stadtviertels als Wirtschaftstandort sowie auf die Akteure und Akteurinnen im Planungsprozess. Dabei sind genderspezifische Aspekte wie Geschlecht, Herkunft, Altersdurchschnitt, kulturelle und soziale Herkunft der durch die Planungen tangierten Bevölkerung zu beachten.

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